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NaturFreunde Göggingen
e.V.
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Luft |
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SITUATION
Luft:
78% Stickstoff
21% Sauerstoff
<1% Edelgase
0,03% Kohlendioxid
plus
Luftverunreinigungen |
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Die Luft,
die wir einatmen, ist ein Gemisch aus verschiedenen gasförmigen
Komponenten. Sie besteht zu 78 Prozent aus Stickstoff (N2) und zu 21
Prozent aus Sauerstoff (O2). Dazu kommen verschiedenen
Edelgase, wie zum Beispiel Argon, mit insgesamt weniger als 1 Prozent
sowie Kohlendioxid (CO2) mit ungefähr 0,03 Prozent. Alle
zusätzlichen Komponenten sind Luftverunreinigungen. Dazu zählen vor
allem anorganische Verbindungen wie Schwefeldioxid (SO2),
Stickoxide (NOx), und Kohlenmonoxid (CO), organische
Verbindungen wie Aldehyde, Kohlenwasserstoffe, Halogene, und
staubförmige anorganische Stoffe wie Ruß, Flugasche und Kohlenstaub.
Ein Teil dieser Schadstoffe gelangt durch natürliche Vorgänge, z.B.
Vulkanausbrüche, in die Luft. Die durch den Menschen verursachte
Luftverschmutzung stammt aus Industrieanlagen, Kraftwerken, Haushalten
und dem Straßenverkehr.
Zum Problem wurde die Luftverschmutzung vereinzelt schon im
Mittelalter. In der Nähe von Erzhütten wurde ein Absterben des Waldes
beobachtet. Seit dem vorletzten Jahrhundert sind die Luftverschmutzung
und deren Auswirkungen auf die Natur und die Gesundheit des Menschen
bekannt. In der Umgebung von Fabriken erkrankten Mensch und Vieh,
gingen Pflanzen auf den Feldern ein, starben ganze Wälder.
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Industrialisierung = Umweltverschmutzung |
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Mit der
Industrialisierung erreichte der Grad der Verschmutzung einen
Höhepunkt. Maßnahmen waren nicht mehr zu umgehen. Diese bestehen
seither darin, dass Schadstoffe herausgefiltert, Grenzwerte festgelegt
und höhere Schornsteine gebaut werden. Allerdings richten sich die
Schutzmaßnahmen nur selten danach, was technisch möglich ist und dem
Schutz der Menschen und der Natur dient, sondern vor allem nach dem
wirtschaftlichen Interesse der Betriebe. |
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Durch die
Einführung verschiedener gesetzlicher Vorschriften Mitte der 80er
Jahre, wie die Großfeuerungsanlagenverordnung und die Technische
Anleitung Luft (TA Luft), konnte besonders der Ausstoß von
Schwefeldioxid, Stickoxid und Staub aus Kraftwerken und
Industrieanlagen deutlich herabgesetzt werden. |
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Luftverschmutzer
Straßenverkehr |
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Heute wird der wesentlichste Teil der Luftschadstoffe durch den
Straßenverkehr erzeugt; Tendenz steigend. Zum Beispiel stammen von den
Mitte der 90er Jahre in Baden-Württemberg jährlich emittierten rund
265.000 Tonnen Stickoxid mehr als 3/4 aus dieser
Quelle. Auch Staubemissionen gehen vom Straßenverkehr aus. Im Raum
Stuttgart wird seit Mitte der 90er Jahre ein Anstieg des gefährlichen
Schwebstaubs beobachtet.
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gefährliche Chlor- und
Fluorverbindungen |
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Zusätzlich zu den »klassischen« Luftschadstoffen der 70er und 80er
Jahre, sind heute auch noch andere Schadstoffe von Interesse. Dazu
gehören hauptsächlich organische Verbindungen, Chlor- und
Fluorverbindungen, Dioxine und Furane sowie Krebs erzeugende und
klimarelevante Spurengase. Die Schadstoffe in der Luft bedrohen ganze
Ökosysteme wie den Wald durch das Waldsterben, Gewässer und Böden
durch Versauerung, Überdüngung und Verseuchung mit Schwermetallen. |
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Luftschadstoffe verbleiben nicht in der Luft. Durch Niederschläge
(Beispiel: Saurer Regen) lagern sie sich auf Bäumen, Böden und in den
Gewässern ab. Ein Großteil der Boden- und Gewässerverschmutzung
geschieht durch den Schadstoffeintrag aus der Luft. Über die
Nahrungskette werden diese Schadstoffe schließlich vom Menschen
aufgenommen.
So bedrohlich sich die Luftverschmutzung auf ganze Ökosysteme
auswirkt, so schädlich wirkt sie auch direkt auf die menschliche
Gesundheit. Dies lässt sich an den zunehmenden Zahlen von
Atemwegserkrankungen und Allergien, vor allem bei Kindern, und der
steigenden Krebsrate ablesen. |
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Krebs
durch
Luftschadstoffe |
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Eine 1992 veröffentlichte Studie des Länderausschusses für
Immissionsschutz (LAI) belegte, dass in Deutschland jährlich 4000 Menschen an Krebs
infolge von Luftschadstoffen sterben. Eine dominierende Rolle spielen
die Abgase der Autos und vor allem der Lkw-Verkehr. |
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Bestimmte
gasförmige Luftschadstoffe wie zum Beispiel Methan,
Fluorkohlenwasserstoffe (FCKW) sind am Treibhauseffekt beteiligt.
Fluorkohlenwasserstoffe und Distickstoffoxid zerstören die Ozonschicht
in der Stratosphäre. |
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Zerstörung der
Ozonschicht |
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Viele
weitere mögliche Gefahren der Luftverschmutzung können wir nur
erahnen. Die Ergebnisse und Auswirkungen einer Vielzahl physikalischer
und chemischer Reaktionen der Schadstoffe untereinander, auf ihrem Weg
durch die Atmosphäre, sind noch nicht erkannt. |
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ZIELE
UND FORDERUNGEN
DER NATURFREUNDE |
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Beim
derzeitigen Stand der Luftverschmutzung und angesichts der drohenden
Klimakatastrophe kann nur ein Bündel von Maßnahmen helfen, das die
Hauptquellen der Verschmutzung gleichzeitig durch Gebote, Verbote und
Verordnungen drastisch einschränkt. |
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Zudem
müssen durch eine neue Verkehrs-, Energie- und Industriepolitik die
Schritte für eine luftverträgliche Produktions- und Lebensweise
eingeleitet werden. |
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Die
Luftverunreinigungen durch den Straßenverkehr müssen durch weitere
Verschärfungen der Abgasvorschriften für Fahrzeuge und
Verbrennungsmotoren aller Art und den Einbau von effektiven
Russfiltern
in alle Dieselfahrzeuge verringert werden. |
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Fahrverbot und Geschwindigkeits-begrenzungen |
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Bei Smog-
und Ozonalarm dürfen nicht nahezu 100prozentige Ausnahmeregelungen für
Fahrverbote gelten. Die Geschwindigkeit auf den Straßen muss begrenzt
werden auf 30 km/h in geschlossenen Ortschaften, 80 km/h auf
Landstraßen und 100 km/h auf Autobahnen. |
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erneuerbare Energien
Wärmeschutzverordnung auch für Altbauten |
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Wir
fordern eine Umkehr in der Energiepolitik durch Förderung und Ausbau
erneuerbare Energien und den Abbau der Steinkohlesubventionen.
Energiesparen ist der oberste Grundsatz. Durch dezentrale
Energieerzeugung müssen Leitungsverluste vermieden werden. Die
Wärmeschutzverordnung muss auch auf Altbauten angewendet werden. |
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Produktionsverbot für gefährliche Stoffe |
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Wir
fordern ein Produktions- und Verwendungsverbot für Stoffe, deren
Herstellung oder Beseitigung problematisch sind, z.B. Ozonkiller und
Kunststoffe wie PVC. Schadstofferzeugende Produktionsverfahren müssen
umgestellt werden. |
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Schadstoffausstoß reduzieren |
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Der
Schadstoffausstoß der Industrie und anderer Emittenten muss durch
moderne Techniken und nach dem Stand der Forschung auf Kosten der
Verursacher reduziert werden. Anlagenbetreiber müssen nachweisen, dass
die von der Anlage ausgehenden Emissionen unabhängig von den
Grenzwerten der TA-Luft keine schädigenden Umweltfolgen haben
(Materielle Beweislast für den Anlagenbetreiber).
Die Mitverbrennung von Abfall als »Wertstoff« in Anlagen, die nicht
über den gleichen Standard der Rauchgasreinigung wie reine
Müllverbrennungsanlagen verfügen, also in Zementwerken oder
Kraftwerken muss verboten werden. |
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Wir
fordern eine ständige Anpassung der Grenzwerte an den regelmäßig
aktualisierten Stand der Technik. Vorschriften zur Luftreinhaltung,
wie die TA-Luft müssen fortgeschrieben werden. Die Grenzwerte für Ozon
und dessen Vorläufersubstanzen (VOC und NOx) müssen weiter gesenkt
werden. |
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Die
Grenzwerte müssen sich am empfindlichsten Lebewesen orientieren und
sie müssen auf das Schadstoffgemisch, nicht nur auf einen isolierten
Schadstoff bezogen werden. Grenzwerte sind nur ein kurzfristig
umsetzbares Hilfsmittel auf dem Weg zur »Null-Emission«. Grenzwerte
können eine vorsorgende Luftreinhaltepolitik nicht ersetzen! |
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Überwachung des Schadstoffaustosses |
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Wir
fordern, dass die Schadstoffbelastung und der Schadstoffausstoß von
Anlagen durch staatliche Stellen mit Kontrollmessungen unabhängiger
Institute wirksam überwacht werden. Dazu sind regelmäßige
stichprobenartige Kontrollen und eine entsprechende Sach- und
Personalausstattung der kontrollierenden Stellen erforderlich. Statt
des Abbaus von Messstationen in Baden-Württemberg, muss das Messnetz auf
ein optimales Maß ausgebaut werden. |
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Durch
Luftverschmutzung Geschädigte müssen eine einfache Möglichkeit zur
Schadensersatzforderung erhalten. Ein Plausibilitätsnachweis und
statistische Beweisführung müssen genügen.
Zeitlich begrenzte Schadstoffabgaben, die für bestimmte
Umweltschutzmaßnahmen zweckgebunden verwendet werden und sich
tendenziell aufheben (bei Vollzug der Maßnahmen, z.B. Filtereinbau),
müssen eingeführt werden. |
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WAS KÖNNEN DIE NATURFREUNDE TUN?
Öffentlichkeitswirksame
Aktionen |
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Die
Naturfreunde werden weiter durch Aufklärungsarbeit und verstärkt durch
öffentlichkeitswirksame Aktionen auf die Probleme und Gefahren der
Luftverschmutzung aufmerksam machen, die Verursacher benennen und
entsprechende Gegenmaßnahmen fordern. |
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öffentliche Verkehrsmittel benutzen |
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Unsere
eigenen Aktivitäten werden wir so umweltverträglich wie möglich
organisieren; das heißt beispielsweise Fahrten weitestgehend mit
öffentlichen Verkehrsmitteln durchführen. |
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regenerative Energieformen einsetzen |
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In
unseren Häusern werden wir je nach Möglichkeit regenerative
Energieformen einsetzen und sie zu Energiesparhäusern umbauen. |
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