NaturFreunde Göggingen e.V.

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        Abfall

 

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SITUATION

Abfall ist ein Produkt unserer Zivilisationsgesellschaft, in der das wirtschaftliche Umfeld zu immer mehr Konsum und Umsatzsteigerungen erzieht.

Umweltleitlinien

Abfall ist ein Produkt
unserer Zivilisations-
gesellschaft
 

Abfälle entstehen sowohl im privaten Bereich wie auch bei der industriellen Produktion. Sie können nicht vollständig vermieden werden. Der Abfall früherer Kulturen bestand überwiegend aus Nahrungsresten und defekten Gebrauchsgegenständen. Insbesondere die Gebrauchsgegenstände stellten für den überwiegenden Teil der Bevölkerung einen großen Wert dar. Daher wurden sie häufig erst nach langem Gebrauch und Reparatur weggeworfen.

Klima

Luft

die Wegwerfgesellschaft
als Folge von Wohlstand
und Industrialisierung
 

Mit der Industrialisierung und dem aufkommenden Wohlstand, besonders seit den 50er Jahren – Aufleben der Wegwerfgesellschaft – haben sich sowohl die Menge als auch die Zusammensetzung des Abfalls verändert. Problematisch ist die große Menge des Abfalls und die darin enthaltenen Schadstoffe, die bei der Entsorgung zu umweltschädlichen Emissionen – verunreinigende Stoffe strömen aus – führen.

Wasser

Verkehr

Naturschutz

umweltschädliche
Emissionen
durch Abfall
 

Verantwortlich hierfür sind die Erzeugung chemischer Produkte wie Kunststoffe, Farben und Lacke, Arzneimittel, die Weiterverarbeitung zu Industrie- und Konsumprodukten sowie in hohem Maße die Energiewirtschaft mit der Atomlobby.

Ernährung

Gentechnik

das Abfallrecht ist
noch “jung”
 

Erst in den 70er Jahren ist die Politik sich des Problems bewusst geworden. Modelle wurden entwickelt und Gesetze erlassen, mit dem Ziel, den Abfall und die freigesetzten Schadstoffmengen zu verringern. Durch Vermeidung und Verwertung hat sich die Abfallmenge deutlich verringert.

Abfall

Energie

Grüner Punkt 

Nachdem die Organisation Duales System Deutschland gegründet und der Grüne Punkt eingeführt wurde, sind Verfahren zur Abfallsortierung und -verwertung entstanden.

 

Übergroße Müll-
verbrennungsanlagen
 

Mit großen zentralen Müllverbrennungsanlagen sind Stadtwerke, Kommunen, Landkreise und teilweise auch die Privatwirtschaft weit über das notwendige Maß hinausgeschossen. Das hat zu Folge, dass Abfälle zugekauft und über weite Strecken transportiert werden müssen, um die Anlagen einigermaßen auszulasten. Die daraus entstehenden Kosten trägt der Gebührenzahler.

Abfallmenge geht zurück 

Und in Baden-Württemberg? Die Abfallmengen gehen seit Jahren zurück. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass nach Einführung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes ein immer größerer Teil des Abfalls als Wertstoff oder Ersatzbrennstoff

“Verwertung”
umgeht Auflagen
 

z.B. in industriellen Feuerungsanlagen, Zementwerken oder Ziegeleien »verwertet« wird. Diese Anlagen erfüllen nicht die relativ strengen Emissionsanforderungen von Müllverbrennungsanlagen.

keine Entsorgungs-
möglichkeiten
für Atommüll
 

Für Atommüll, wie ausgediente Brennelemente sowie hoch belasteten Sonderabfall bestehen in Baden-Württemberg so gut wie keine Entsorgungsmöglichkeiten. Mit diesen kritischen Abfällen werden bei ausreichender Bezahlung unsere Nachbarn belastet. Oder sie landen in Entwicklungsländern, wo niemand so richtig weiß, was damit geschieht. Hier gilt das Prinzip: Aus den Augen, aus dem Sinn.

gesetzliche
Vorschriften fördern
Müllverbrennung
 

Es fehlt an Deponieraum. Deshalb setzt man im Land auf die Verbrennung. Die TA Siedlungsabfall von 1993 stellt in ihrer ursprünglichen Version ab dem Jahr 2003 sehr hohe Anforderungen an den Abfall, der auf Deponien abgelagert werden darf. Diese können nur durch eine vorherige Verbrennung eingehalten werden.

kein einheitliches
Abfallkonzept
 

Es besteht kein einheitliches Abfallkonzept. Alles muss möglichst groß geplant und angelegt sein. Jeder Landkreis darf sein eigenes Konzept verwirklichen, auch wenn es unsinnig ist. Es gibt keine Überprüfungen, ob nicht ein umweltverträglicheres Verfahren sinnvoll wäre.

Entsorgung ist weit-
gehend privatisiert
 

Die Entsorgung wird weitgehend Privatunternehmen überlassen. Die Problematik zeigen Umweltsünden, die bei einigen der stark unter Kostendruck stehenden Unternehmen aufgedeckt wurden.

ZIELE UND FORDERUNGEN DER NATURFREUNDE

Das Potential zur Abfallvermeidung ist noch nicht ausgeschöpft. Hier gilt es, das Maximale kurzfristig zu erreichen.

Abfallvermeidung 

In der Industrie müssen geschlossene Verfahrensabläufe angewendet werden, bei denen keine oder nur geringe Mengen Abfall anfallen. Das Sammeln und Sortieren von Abfällen hat ein hohes Niveau erreicht. Es bestehen aber immer noch Möglichkeiten zur Steigerung. Müllentsorgung muss für den Bürger transparent und nachvollziehbar sein.

Abfalltrennung 

Die Trennung des Abfalls in verwertbare und zu entsorgende Anteile muss beibehalten werden. Bei einer Vermischung von Abfällen können Schadstoffe verschleppt werden. Wird der Abfall anschließend in verwertbare Brennstoffe für die Industrie umgewandelt, können umweltgefährdende Emissionen entstehen.

Wiederverwertung

 

Der Begriff der Wiederverwertung muss so definiert werden, dass nur Verwertungsverfahren mit einem hohen ökologischen Nutzen zugelassen werden. So wird z.B. die verdeckte Deponierung von Kunststoffabfällen in ehemaligen Bergwerksstollen als Verfüllung unmöglich.
Wertvolle, zur Wiederverwertung geeignete »Abfälle« wie Papier und Kunststoffe, müssen einer sinnvollen Wiederverwertung zugeführt werden und dürfen nicht als Stützfeuerung für Restmüllverbrennungsanlagen dienen. Dieses Vorgehen kann zu einem Rückgang des Sammelns und Sortierens führen, weil die Bürger kein Verständnis dafür aufbringen, wenn von Ihnen zuvor sorgfältig sortierte Wertstoffe wieder mit dem Restmüll zusammen verbrannt werden.

dezentrale
Entsorgungsanlagen
 

Zentrale Anlagen zur Müllentsorgung dürfen nicht mehr gebaut werden. Ihr Auslastungsrisiko ist nur schwer kalkulierbar. Die Anlagenkapazität von dezentralen Anlagen muss der in einem neutralen Gutachten erfassten Restmüllmenge der näheren Umgebung entsprechen.

Verfahren mit geringer
Belastung

Verfahren, die die geringste Belastung für Um- und Mitwelt bringen, müssen bevorzugt werden. Die Entsorgung muss möglichst nahe am Ort der Entstehung stattfinden.

keine Abfalltransporte
über große Distanzen

Abfalltransporte über Kreis- oder gar Landesgrenzen müssen vermieden werden. Die Verschiebung von Abfall ins Ausland mit anschließender wilder »Entsorgung« muss unterbunden werden.

geringer Flächen-
verbrauch

Der Flächenverbrauch für Müllentsorgungsanlagen soll möglichst gering sein. Alle Maßnahmen müssen so in die Landschaft eingebettet werden, dass das Landschaftsbild nicht über die Maßen beeinträchtigt wird.

sichere Entsorgung
für Sondermüll

Für radioaktive und giftige Sonderabfälle müssen im Land sichere Entsorgungsstandorte erschlossen werden.

Atomkraftwerke
stilllegen

Atomkraftwerke müssen in einem kurzen, überschaubaren Zeitrahmen stillgelegt und Sonderabfälle durch Auflagen weiter verringert werden.
Durch kombinierte Verfahren können Abfälle sinnvoll genutzt und Schadstoffmengen verringert werden.

nachwachsende Rohstoffe
zur Energiegewinnung

Mit mechanisch-physikalischen Verfahren, wie z.B. der »Kalten Rotte« oder der Vergärung, können aus Speiseresten, Pflanzenteilen oder Altholz Wärme und Strom erzeugt werden. Der Bau von Anlagen, die mit diesen regenerativen Energien aus nachwachsenden Rohstoffen arbeiten, muss gefördert werden.

einheitliche Emissions-
anforderungen

Werden Abfälle in Industrieanlagen oder Kraftwerken verwertet, müssen für diese Anlagen die gleichen Anforderungen an Sicherheitstechnik und Emissionen gelten wie bei einer Anlage, die diese Abfälle entsorgt – z.B. Klärschlamm als Zusatzbrennstoff im Kohlekraftwerk oder Altreifen im Zementwerk.
Es darf zu keinen Geruchsbelästigungen und Freisetzungen von Methan (Treibhausgas) aus Kompostierwerken und Deponien kommen.

schadstoffarme Müllfahrzeuge

Lärm und Abgase sollen bei der Abfallsammlung (Müllabfuhr) vermieden werden. Ähnlich wie Busse können auch Müllfahrzeuge mit Elektro- oder Erdgasantrieben ausgerüstet werden.

Abfallentsorgungs-
vorschriften überprüfen

Vorschriften, die eine umweltschonende, innovative und dezentrale Entsorgung behindern bzw. unmöglich machen, müssen zurückgenommen oder verhindert werden. Die Vorschriften zur Abfallentsorgung müssen ständig überprüft und nach den neuesten, umweltschonenden Erkenntnissen fortgeschrieben werden.

WAS KÖNNEN DIE NATURFREUNDE TUN?
Den Abfall überprüfen, ob noch eine weitere Trennung möglich ist.

Mülltrennung

Kompostieren was und wo es möglich ist. Selbst bei einer Mietwohnung besteht nach Rücksprache mit dem Vermieter die Möglichkeit, eine Komposttonne aufzustellen. Stille, nicht so oft betretene Winkel bietet fast jede Grünfläche am Haus.

Kompostieren

Wenn keine gekochten Abfälle in die Tonnen geworfen werden, entsteht auch kein unangenehmer Geruch.

keine Kleinpackungen
verwenden

Häuserbesitzende Ortsgruppen nehmen Einfluss auf das Abfallverhalten ihrer Gäste, indem sie keine Kleinpackungen verwenden und Abfalltrennung durch Informationstafeln bewusst machen. Portionspackungen für Marmelade, Butter, Milch oder Senf sind nur scheinbar einfach zu handhaben und kostengünstig. Für die Beseitigung der großen Abfallmenge muss auch bezahlt werden. Das Abwaschen von Marmeladeschalen ist nicht aufwendiger als den Müll hinauszutragen.

Produkte ohne große
Verpackung kaufen

Wir verwenden Produkte aus der Region, die nicht aufwendig verpackt sind. Hier bieten sich Bauernmärkte an. In ländlichen Gebieten besteht oft die Möglichkeit des Direkteinkaufs beim Bauern. Das hält nicht nur die Abfallmenge klein, sondern belohnt die Mühe des Landwirts durch gerechte Preise.

Kindern gutes
Beispiel geben

Das Thema Abfall nimmt in der Umweltbildung bei den Naturfreunden eine wichtige Stellung ein. Die erwachsenen Mitglieder gehen mit gutem Beispiel voran.

an Bürgerinitiativen
beteiligen

Bei Planungen für eine Abfallentsorgungsanlage im bekannten Umfeld, können die Naturfreunde bereits im Vorfeld ihre Bedenken gegen ein nicht umweltschonendes Verfahren anmelden. Bürgerinitiativen mit Beteiligung der Naturfreunde können ein Umwelt belastendes Vorhaben zum Scheitern bringen.

 

VisdP NaturFreunde LV Württemberg, Landesvorsitzender                         Copyright by webmaster@naturfreunde-goeggingen.de